Irgendwas zwischen Wachstum, Menschlichkeit und zu süß für das Unternehmertum

Mehr – Mehr – Mehr

Ich finde mich zwischen Unternehmer: innen und Gründer: innen wieder, höre gespannt ihren Geschichten und Visionen zu. Immer wieder triggern mich Aussagen und geben mir das Gefühl, dass ich anders bin als die anderen Kinder.

Es sind Aussagen zum Wachstum, über das Mehr-mehr-mehr-wollen und über die Schwächen und das Scheitern anderer Unternehmen. Sorry Leute, aber das bin ich nicht. Auch wir wachsen – wirtschaftlich, aber vor allem auch in unserem Inneren – und das finde ich auch schon ziemlich gut. Na klar, davon kann ich meine Kinder nicht ernähren, aber es gibt mir innere Sicherheit und den Mut weiterzugehen – mit viel Geduld und Spucke. Auch hörte ich schon, wir seien noch zu süß für die Unternehmerwelt… nein, nicht süß… anders!

Mitgefühl im Kapitalismus?

Auch als Selbstständige, Unternehmerin, Gründerin oder was auch immer muss ich mich und meinen Stand erst finden. Denn worum geht es in der Wirtschaft und im Kapitalismus? Um nichts anderes als Profit beziehungsweise Geld.

Nochmal, hier kann keiner von Luft und Liebe leben, aber Mitgefühl im Kapitalismus wäre schon ’ne feine Nummer.
Ob selbstständig oder angestellt, wir sind in dieser Maschinerie und müssen uns dort irgendwie positionieren, uns zurechtfinden und dem Druck standhalten.

Deine eigene Zielsetzung

Strukturen, wirtschaftliche Ziele, unterschiedliche Ansichten und Überzeugungen, die gegen die eigenen Ansichten und Werte gehen und mit ihnen konkurrieren, machen das Umherirren in der Arbeitswelt nicht immer leicht. Jeder für sich ganz allein, ganz individuell, muss seinen Platz finden. Dabei spielt es keine Rolle ob du dich selbstständig machst oder in ein Angestelltenverhältnis gehst. Wir dürfen uns ausprobieren, Erfahrungen sammeln und auch mal scheitern. Und wann du das machen möchtest, entscheidest du. Dein Leben, deine Zielsetzung, deine Grenzen!

Was ist Arbeit für dich?

Für die einen ist die Arbeit eine Selbstverwirklichung, für die anderen Mittel zum Zweck. Beides ist okay, wenn du damit okay bist. Der eine möchte frei und selbstbestimmt arbeiten, die andere liebt es von 9:00 bis 17:00 Uhr unterwegs zu sein. All das ist okay, und sollten wir auch okay sein lassen. Und deswegen stellen sich mir auch die Nackenhaare auf, wenn ich Aussagen neumodischer Unternehmen höre wie, raus aus dem Hamsterrad, du musst nicht in deinem muffigen Büro sitzen und erst um 18 Uhr zu Hause sein… Bla Bla Bla. Kein Bock auf Abwertung!

Und wenn ich genau das super finde?! Wenn ich meine Arbeit im Büro, beim Bäcker, beim Zahnarzt oder wo auch immer total gern mache? Dann ist das doch großartig und genau richtig.
Und wenn ich es Kacke finde, muss ich was ändern, in meinem ganz eigenen Tempo. Unsere Arbeitswelt ist so unbeschreiblich vielfältig und individuell – so wie jeder Einzelne von uns – und ich wünsche mir, dass auch das in manch Führungsebene gesehen, anerkannt und wertgeschätzt wird und dass nicht immer nur das wirtschaftliche Wachstum zählt.

Mehr Geld, mehr Zufriedenheit?

Es geht nämlich nicht allen, und auch nicht immer nur, um das Geld. Geld ist fein und vor allem nützlich aber bringt es uns die absolute Zufriedenheit? Oder sind es eher andere Dinge und Werte, die uns glücklich und zufrieden machen und mit Geld eben nicht zu bezahlen sind?

Ja, vielleicht bin ich anders. Ja, vielleicht bin ich zu menschlich für die eine oder andere Unternehmenssparte. Und nein, daran werde ich weder etwas ändern noch anders machen, denn das „Anders machen“ gehört schon immer zu unserer Philosophie.

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