Selbstliebe, Selbstwert, Selbstakzeptanz, Selbstbewusstsein

All das sind große Worte. Worte deren Bedeutung man erst hinterfragen und verstehen muss.

Für mich ein Prozess der Jahre bedarf um dort anzukommen, wo man vielleicht meint ankommen zu wollen. Erfahrungen und persönliche Weiterentwicklung prägen diesen Prozess.

Bis zu einem gewissen Alter mögen sich die meisten Menschen genauso wie sie sind. Doch dann kommt irgendwann der Tag, wo es verdammt wichtig wird anderen zu gefallen. Daran erinnere ich mich noch ganz genau. Ab diesem Tag war ich unzufrieden mit mir und hatte das Bedürfnis mich zu verändern.

Veränderungen sind gut und wichtig, doch wo kommen sie her? Was treibt uns an?

Bis Anfang Zwanzig fand ich es wichtig was andere Menschen von mir dachten, doch das nahm irgendwann ab. Bis ich allerdings an dem Punkt war, mich zu akzeptieren wie ich bin, vergingen noch so einige Jahre. Jahre in denen ich lernte immer mehr mich und meine Gefühle zu verstehen und zu hinterfragen, sodass ich einen „bewussten Umgang“ mit der Selbstreflektion bekam.

Schon immer machte ich mir Gedanken, hinterfragte Vieles und verstand durch eine große Portion Empathie so einiges. Doch das Außen lenkte mich ab, es beeinflusste mich.

Es brauchte Krisen, wichtige Begegnungen, Yoga und Meditation um mir immer näher zu kommen.

Als die Selbstakzeptanz einsetzte, wuchs auch die Selbstliebe und das Selbstwertgefühl.

Ich mag mich wie ich bin, mit all meiner Schwächen und mit all meinen Stärken. Nicht jeden Tag, aber das muss ich auch nicht.

Irgendwann interessierten mich keine Kleidergrößen mehr, keine Zahl auf der Waage oder das Geschwätz der Leute. Mein Körper ist toll. Er ist gesund. Er ist die Hülle meiner Seele, oder wie mein früher Yogalehrer immer meinte „er ist die Kutsche, die unsere Seele durchs Leben fährt.“

Außen wurde es leiser, mein Inneres wurde lauter. Ich veränderte mich, innerlich und äußerlich.

Ich lasse Veränderungen zu, akzeptiere sie und nehme sie an, sowie ich auch mal miese Tage annehme.

All diese wichtigen Begriffe wie Selbstliebe, Selbstwert & Co. kommen ohne eine gute Selbstreflektion nicht zum Zuge. Wer bin ich? Wer will ich sein? Was möchte ich? Was macht mich glücklich? Was eher nicht?

Manchmal ist Selbstreflektion, wirklich ehrliche und wahrhaftige Selbstreflektion schmerzhaft. Doch sie ist wichtig. In so vielen Bereichen. Und ich bin überzeugt davon, dass unsere Welt ein bisschen schöner wäre, wenn viel mehr Menschen sich und ihr Handeln reflektieren würden. Sich selbst zu reflektieren kann anstrengend und unbequem sein, doch zugleich hilfreich und befreiend.

Du willst dich lieben? Dann setze dich mit dir auseinander. Fang an dich zu akzeptieren. Du bist gut, du bist genug. Nur du setzt deine eigenen Grenzen, deine Maßstäbe.

Wer sagt was schön ist? Wer entscheidet das? Wer sagt, dass du nicht Intelligent genug bist? Wer sagt, du genießt kein hohes Ansehen wenn du dieses oder jenes nicht hast? Die Gesellschaft? Papperlapapp. Nur du, du allein entscheidest. So vieles passiert nur allein schon in unseren Köpfen.  Selbstliebe ist so viel mehr als eine Modeerscheinung.

Wenn wir wenig Selbstliebe spüren, verlangt die Stabilisierung unseres Selbstwertgefühls uns viel Energie ab. So viel Energie, dass wir oft nicht mehr spüren was wir wirklich wollen.

Du haderst mit dir, mit deinem Äußeren, mit deinem Job, mit einer unglücklichen Lebenssituation…
Jeder von uns weiß, wie kräftezehrend diese Gedanken sind, sie sind wahre Energieräuber.

Die Macht unserer Gedanken ist enorm. Wenn du einen guten Zugang zu dir hast, spürst du irgendwann, dass die Zeit reif ist, etwas zu verändern oder Dinge die sich vielleicht gar nicht ändern lassen, anzunehmen.

Und dieser Zugang zu dir Selbst ist unfassbar wichtig. Für mich führte Selbstreflektion zu Selbstakzeptanz. Selbstakzeptanz zu Selbstliebe und Selbstliebe zu mehr Selbstwertgefühl, zu mehr Selbstbewusstsein. Selbstbewusstsein nicht unbedingt im Sinne von Selbstüberzeugung, sondern auch im Sinne von was kann ich, was will ich und was lieber nicht.

Die letzten vier Jahre haben mich nochmal geprägt, mich in meiner Entwicklung weitergebracht, mich geerdet und sicher gemacht. Ich vertraue mir und vertraue auf das was kommt.

Ich weiß, vieles hört sich wie ein entspannter Sonntagsspaziergang an, aber das ist es wahrlich nicht. Zu sich zu finden, bei sich zu bleiben ist ein langer Prozess und nicht irgendeine modische Technik die sich mal kurz erlernen lässt.

Sei mutig dir selbst zu begegnen. Du bist gut, egal was du gerade tust, egal in welcher Entwicklung du gerade steckst. Jede Entwicklung und Veränderung ist hilfreich und wird dich bereichern.

Du wirst deine ganz eigene Definition von Zufriedenheit finden, die wichtig ist, die für dich am meisten Gewicht haben sollte, denn wie schon gesagt, es ist deine „eigene“.

4 Kommentare

  1. Wow… Liebe Nadine… Dieser Text hat mich so berührt. Ich kann dir nicht genau sagen was ich dabei gefühlt habe… Aber ich habe was gefühlt. Etwas was ich glaub sowas wie zustimmung, und evtl ein bisschen Ehrfurcht auch nennen würde. Erst gestern in meiner Therapie Stunde ging es um genau das was du schreibst. Ich habe das Gefühl ich stecke da gerade komplett drin. Ich versuche gerade herauszufinden was ich bin und was ich möchte. Außerdem lerne ich gerade zu mir selber zu stehen. Mir selber zu vertrauen. Und mir mehr zuzutrauen. Alles wirklich nicht so einfach. Und es wird noch ein langer Weg. Danke für deine Worte! Deine Erfahrung! Deine Ehrlichkeit!
    #wirsindalletoll

  2. Liebe Nadine,

    deine Gedanken und Worte haben mich sehr aufgewühlt. Es sind Worte aus deiner tiefsten Seele und haben meine direkt gepackt und umklammert. Bei mir kommt direkt die Frage auf, wie sehr habe ich mich reflektiert und wie sehr liebe ich mich Selbst oder akzeptiere ich mich selbst?
    Der Kopf beginnt zu Kreisen.

    Es ist wunderbar, dass du so tolle Worte findest und Andere damit so ergreifst und packst.

    Du bist so ein wunderbarer Mensch und du hast so ein wunderschönes Inneres. Bleib bitte wie du bist

  3. Kann ich nur zustimmen. Habe auch lange gebraucht um mich so zu akzeptieren und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Heute ist es mir egal, wie ich auf Leute wirke. Entweder man nimmt mich so wie ich bin oder lässt es. Ich verbiege mich nicht mehr für andere. Wenn ich etwas mache, dann nur für mich und was mir gut tut.

  4. All deine Worte kann ich nur bestätigen. Es ist ein langer Weg, der sich auf jeden Fall immer lohnt.

    Und wenn das Ziel dann die Selbstliebe, Selbstwert und Selbstakteptanz ist und tatsächlich auch erreicht wird, dann ist das den Weg bis dahin auf jeden Fall wert!!!

    Ich arbeite noch daran und freue mich schon jetzt darauf anzukommen.

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